raumsichten

raumsichten erweitert kunstwegen

raumsichten verlängert die deutsch-holländische Skulpturenroute von kunstwegen Richtung Süden durch die Obergrafschaft Bentheim bis nach Nordrhein-Westfalen.

kunst und planung

Das Skulpturprojekt raumsichten unternimmt dafür einen innovativen Schritt: Raumplanung und Kunst werden zusammengeführt, um gemeinsam Perspektiven für den Kulturraum einer Region und die Zukunft der Landschaft zu entwickeln. Seit Jahrhunderten bezeichnet Landschaft verlässlich eine Einheit von Siedlungs-, Wirtschafts- und Kulturraum im Wandel. Heute erscheint Landschaft überformt durch die vielfältige Nutzung von Interessengruppen, deren Belange mit integrativen Planungsverfahren in aufwändigen politischen Entscheidungsvorgängen aufeinander abgestimmt werden müssen. Während natürliches Wachstum, Verstädterung, wirtschaftliche Flächennutzung oder touristische Inwertsetzung offensichtliche Spuren hinterlassen, bilden die ihnen zugrunde liegenden, langfristigen Planungsprozesse für den Einzelnen eher unsichtbare und wenig zugängliche Faktoren. Kunst im öffentlichen Raum wird immer wieder in den Dienst genommen, um solche abgeschlossenen Planungen in der Umsetzung nachträglich zu verschönern.

selber sehen und handeln

raumsichten will dagegen die Zusammenarbeit zwischen Planern und Künstlern frühzeitig konkretisieren und andere Wege der Gestaltung von landschaftlichem Raum in der Praxis erproben. Denn die Kunstprojekte sollen neue Umgangsformen mit Landschaft und Kulturraum, mit den ökologischen Notwendigkeiten und den ökonomischen Bedürfnissen realisieren. Die ungewöhnliche Initiative von raumsichten sucht Einfluss zu nehmen. Sie zielt auf die Vermittlung und Moderation eines ergebnisorientierten Zusammentreffens zwischen Verwaltung, Planung und Künstlern. Schließlich geht es für alle darum, in der Landschaft zu sein, zu handeln und mit eigenen Augen zu sehen.

phase I – erkundung Auf Grundlage der Empfehlungen eines Beirats wurden 16 internationale Künstler und Künstlerinnen zur Teilnahme an raumsichten eingeladen. Ihnen steht eine kommentierte Aufbereitung von Landschaftsrahmen- und Entwicklungsplänen für das Projektgebiet zur Verfügung. Begleitend erfolgt eine deutsch-niederländische Künstlerkooperation zwischen Till Krause und Arnoud Holleman, die im gesamten Vechtetal ein künstlerisches Gegenmodell zur gegebenen politisch-geografischen Raumordnung entwickeln.

phase II – erarbeitung Zwei moderierte Arbeitsforen im November 2009 und Februar 2010 initiieren erstmals interdisziplinäre Gespräche zwischen den Bereichen der Verwaltung, der Planung und der Kunst. Experten aus Deutschland und Holland kommen mit den Künstler/innen zusammen, um ebenso ästhetische wie planerische und politische Sichtweisen auf Kulturlandschaft zu hinterfragen und neu zu entwickeln. Im konkreten Austausch können eigenständige künstlerische Vorschläge entstehen, die anschließend vorgestellt werden.

phase III – realisierung Neun Ideen werden von einer Jury ausgewählt und im Projektgebiet zwischen dem Ort Ohne und Nordhorn bis zum Frühjahr 2012 umgesetzt.

organisation

Projektträger: Landkreis Grafschaft Bentheim
Bernhard Jansen, Fachdienst Kultur
van-Delden-Straße 1-7, D-48529 Nordhorn
Tel. +49-(0)5921-961321
Fax +49-(0)5921-961319
e-mail: bernhard.jansen(at)grafschaft.de

 

Künstlerische Leitung
Veronika Olbrich, Dirck Möllmann, Roland Nachtigäller
Assistenz der künstlerischen Leitung: Heike Pfingsten, Verena Wißmann, Andrea Büttner
Städtische Galerie Nordhorn
Vechteaue 2, D-48529 Nordhorn
Tel. +49-(0)5921-97 11 00
Fax +40-(0)5921-97 11 05
e-mail: raumsichten(at)kunstwegen.org
www.raumsichten.org